Ritualistischer Black und Death Metal aus Portugal, durchdrungen vom uralten Geist Mesopotamiens. ANZV erschaffen mehr als nur Musik – sie beschwören ein immersives Klangritual aus Leere, Schatten und Transzendenz.
Wer die Wahrheit über die Grundfesten unserer Existenz hinterfragt, läuft Gefahr, diese Axiome zu zerbrechen und sie durch nichts als eine Leere zu ersetzen – eine Leere, die eine so unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt, dass man unweigerlich auf sie zugeht. Schritt für Schritt zieht die Vergangenheit vor dem inneren Auge vorbei, während unsere Sinne schwinden und am Rand des Abgrunds der Apathie weichen. Und so stürzen wir im freien Fall hinab in das Nichts – bis wir an der Grenze zur Unendlichkeit anmutig betäubt zurückprallen: Wir sind niemand im Nirgendwo.
Aus der rohen Essenz des klassischen und modernen Black Metal sowie dem uralten, geisterhaften Erbe Mesopotamiens schmieden die 2019 in Porto gegründeten ANZV weit mehr als nur Musik – sie erschaffen tiefgreifende Erfahrungen.
Das Debütalbum «Gallas» markierte den ersten Abstieg in nihilistische Tiefen, in denen das Unterbewusstsein schonungslos offengelegt wird und sämtliche Glaubenssysteme in Dunkelheit versinken. Wir sind dazu verdammt auszuharren – nicht in Erlösung, sondern im Exil. Was einst als göttliche Gnade galt, stösst uns hinab in eine Unterwelt aus Verzweiflung und Bedeutungslosigkeit.
Mit dem Nachfolger «Kur» steigen ANZV noch tiefer hinab. Durchdrungen vom arkanen Geist Mesopotamiens und der ungezügelten Wut des Black Metal, beschwört das Werk ein Reich herauf, in dem uralte Riten, Todesgottheiten und vergessene Wahrheiten in einem Sturm aus Klang und Schatten aufeinanderprallen. Es ist ein klangliches Ritual – eine metaphysische Reise durch die Tore der Unterwelt, hinter denen Ehrfurcht, Schrecken und Transzendenz warten.
Ein Auftritt von ANZV ist keine blosse Performance, sondern völlige Immersion: eine Konfrontation mit Apsu, bei der man in das Nichts blickt – Musik für all jene, die in den Abgrund geschaut und sein Flüstern vernommen haben.
